Lieselotte
Scherer
IN MEMORIAM WALTER FRENZEL - Spurensuche
Material:
MDF-Platte, Metall, Papier, Laminierung, Gouache, Aquarell,
Farbstift und Graphit
Standort: Eingang
Einzelne
außergewöhnliche Menschen schaffen Werke,
die Zeugnis ablegen von ihrer Existenz. Wenigen Großen
gelingt es jahrhunderte lang Beachtung zu finden und
somit etwas wie "Unsterblichkeit" zu erlangen.
Die Mehrheit aber taucht auf im Strom der Zeit und vergeht,
nur von einem kleinen Kreis für eine Weile erinnert.
Was bleibt? Manchmal ein Name auf einem Grabstein, eine
Eintragung in einem Kirchenbuch, vielleicht in einem
Archiv eine kleine Notiz. Weniges nur wenn der Krieg
persönlichen Besitz und Dokumente zerstört
und dann ein mit dem Schicksal hadernder Angehöriger
die letzten privaten Dinge, Briefe oder Aufzeichnungen
vernichtet hat.
So
im Falle meines Vaters, dessen Gedächtnis diese
Arbeit gewidmet ist. Walter Frenzel, der den Krieg überlebt
hatte, starb 1950, als ich 4 Jahre alt war, unter ungeklärten
Umständen. Diese Tatsache, sowie die Frage, "was
für ein Mensch war mein Vater?" führten
mich dazu, auf die Suche nach Zeugnissen seiner Existenz
zu gehen. Wirkliche Annäherung war nicht mehr möglich,
allein diese Spurensuche: kleine Zeitungsnotizen zum
Fund seines Leichnams, eine Mitteilung des Staatsarchivs
Detmold, ein paar Fotos, ein einziger erhaltener Brief,
einige amtliche Urkunden und die Namen und Daten von
Vorfahren, Salzburger Protestanten, die nach Ostpreußen
emigriert waren. Der schlichte Kasten in Art einer Stele,
enthält einen Hängeordner mit diesen Zeugnissen,
die Bemalung des Ordners steht für meine Versuche
Spuren zu hinterlassen: in Form von Malerei.
Lieselotte Scherer
Obere Rottstr. 6, 32547 Bad Oeynhausen,
E-mail: Lieselotte.Scherer@teleos-web.de
Bilddokumentation
Kunsträume Archiv
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